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Ich weiß nicht, ob das, was ich will, normal ist

Die Frage kommt selten zuerst. Zuerst kommt das Suchen — nachts, allein, mit dem Handy in der Hand. Und irgendwo dazwischen der Gedanke: Bin ich der Einzige? Ich sage es gleich am Anfang, weil es das Wichtigste ist: Nein. Über zwanzig Jahre Praxis, und ich kann Ihnen sagen: Was Menschen für ihr großes, einmaliges Geheimnis halten, ist in aller Regel etwas, das ich schon oft gehört habe. Und die Frage nach der Normalität ist fast immer die falsche Frage — sie ist bloß die Einzige, die man gelernt hat.

Warum soll »normal« die falsche Frage sein?

Weil normal nur sagt, was viele tun. Es sagt nichts darüber, ob es Ihnen guttut, ob es jemandem schadet, ob es zu Ihrem Leben passt. Ich stelle stattdessen drei andere Fragen: Passiert es einvernehmlich, zwischen Erwachsenen, die frei entscheiden können? Schadet es niemandem — auch Ihnen nicht? Und: Können Sie damit leben, oder frisst es Sie auf? Alles, was diese drei Fragen übersteht, ist in Ordnung. Auch wenn es selten ist.

Ich bin über fünfzig und merke etwas, das vorher nicht da war — oder das ich nie zugelassen habe. Was heißt das?

Erst einmal nichts Bedrohliches. Menschen verändern sich, und die Sexualität ist da keine Ausnahme. Manches taucht spät auf, manches war immer da und wurde nur nie gedacht — weil es in der Generation, in der Sie groß geworden sind, dafür keine Worte gab oder nur abfällige. Was mit fünfzig anders ist als mit zwanzig, ist nicht die Möglichkeit. Es ist der Einsatz: Da hängt ein ganzes Leben dran. Deshalb ist die Frage selten »darf ich«, sondern »was mache ich damit«.

Arbeiten Sie auch mit Menschen, die nicht heterosexuell sind?

Ja, selbstverständlich. Schwule und lesbische Menschen, bisexuelle, trans und nicht-binäre Menschen, Menschen, die es für sich noch gar nicht benennen wollen. Ich behandle keine Identität als Problem und keine Vorliebe als Symptom. Was ich behandle, ist das, was Sie belastet — und das ist oft nicht die Sexualität selbst, sondern das Schweigen darüber.

Muss ich meinem Partner alles sagen?

Nein. Ehrlichkeit heißt nicht Vollständigkeit. Manches gehört gesagt, weil es sonst zwischen Ihnen steht und alles andere vergiftet. Manches ist Ihr eigener Raum und muss niemanden belasten. Auch nicht jede Phantasie will in die Wirklichkeit — manche will nur gedacht werden dürfen. Diese Unterscheidungen sind die eigentliche Arbeit, und sie fallen zu zweit leichter als allein im Kopf.

Ein Gespräch.

Sie erzählen, was los ist. Ich höre zu.
Danach sage ich Ihnen ehrlich, woran es aus meiner Sicht liegt. Und was Sie tun können.
Allein oder zu zweit — beides geht. Sechzig Minuten, online, vorab bezahlt. 99 €.
Kein Abo. Keine Zehnerkarte. Keine Verpflichtung. Wenn Sie wiederkommen möchten: gerne. Wenn nicht: auch gut.

Ich unterliege der Schweigepflicht nach § 203 StGB. Es wird nichts aufgezeichnet. Ich mache keine Notizen über Gesprächsinhalte. Niemand erfährt, dass wir geredet haben.
Jürgen Sturm, Sexual- und Paartherapeut. Über zwanzig Jahre Praxis. Online, deutschlandweit.

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