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Wir reden über alles. Nur darüber nicht

Es gibt Paare, die seit zwanzig oder dreißig Jahren zusammen sind, sich blind verstehen, alles miteinander besprechen — und über Sexualität kein Wort verlieren. Das ist keine Ausnahme. Das ist die Regel. Meistens gab es einmal einen Anlauf, der schiefging, und seitdem eine ungeschriebene Übereinkunft: Das lassen wir lieber. Was dabei entsteht, ist selten Gleichgültigkeit. Es ist Schutz. Und irgendwann weiß niemand mehr, wie man anfängt. In einem Gespräch, sechzig Minuten, online, lässt sich das sortieren.

Warum wird es nach vielen Jahren schwerer, darüber zu reden — nicht leichter?

Weil der Einsatz steigt. Mit fünfundzwanzig ist »ich mag das nicht« eine Information. Mit fünfundfünfzig klingt derselbe Satz wie ein Urteil über zwanzig gemeinsame Jahre — der andere hört nicht die Vorliebe, er hört den Vorwurf. Also schweigt man. Nicht aus Feigheit, sondern aus Rücksicht. Nur wird daraus mit der Zeit eine Wand

Bei uns hat sich körperlich einiges verändert. Gehört das hierher?

Unbedingt. In den Wechseljahren werden die Schleimhäute trockener — was früher schön war, kann plötzlich weh tun. Beim Mann lässt der Testosteronspiegel nach, die Erektion braucht mehr Zeit und mehr Berührung. Beides ist normal, beides wird verschwiegen. Sie sagt nichts, um ihn nicht zu kränken. Er sagt nichts aus Scham. Und beide lesen das Schweigen des anderen als Desinteresse. So werden aus zwei körperlichen Veränderungen ein Beziehungsproblem, das keines sein müsste. Bei Schmerzen oder deutlichen Veränderungen gehört zuerst eine ärztliche Abklärung dazu.

Ich trage seit Jahren etwas mit mir, das ich nie gesagt habe. Ist es dafür nicht längst zu spät?

Nein. Es fühlt sich nur so an, weil es mit jedem Jahr größer wird. Was am Anfang ein Satz gewesen wäre, wirkt nach zwanzig Jahren wie ein Geständnis. Ich habe Paare erlebt, die nach drei Jahrzehnten zum ersten Mal ehrlich darüber gesprochen haben. Unangenehm war es für eine Viertelstunde. Danach war es leichter als je zuvor.

Ich habe Angst, dass alles kaputtgeht, wenn ich es ausspreche.

Diese Angst kenne ich von fast jedem, der zu mir kommt. In der Regel geht nichts kaputt. Was zerbricht, ist das Bild, das man voneinander hatte — und das ist meistens ein Gewinn. Wenn Sie unsicher sind, ist das ein guter Grund, es erst einmal mit mir durchzugehen und nicht unvorbereitet zu Hause.

Ein Gespräch.

Sie erzählen, was los ist. Ich höre zu.
Danach sage ich Ihnen ehrlich, woran es aus meiner Sicht liegt. Und was Sie tun können.
Allein oder zu zweit — beides geht. Sechzig Minuten, online, vorab bezahlt. 99 €.
Kein Abo. Keine Zehnerkarte. Keine Verpflichtung. Wenn Sie wiederkommen möchten: gerne. Wenn nicht: auch gut.

Ich unterliege der Schweigepflicht nach § 203 StGB. Es wird nichts aufgezeichnet. Ich mache keine Notizen über Gesprächsinhalte. Niemand erfährt, dass wir geredet haben.
Jürgen Sturm, Sexual- und Paartherapeut. Über zwanzig Jahre Praxis. Online, deutschlandweit.

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